• 161.186 neue Wohnungen gebaut
• Neubau für Geringverdiener nicht bezahlbar
Berlin, 15. Juni 2012 – Im vergangenen Jahr sind in Deutschland 161.186 Wohnungen neu gebaut worden. Das ist ein Plus gegenüber 2010 von rund 15 Prozent, meldet das Statistische Bundesamt. Der Raumordnungsbericht 2011 geht aber von einem jährlichen Bedarf von mindestens 183.000 Wohneinheiten aus, also nochmals knapp 14 Prozent mehr. Erst seit den vergangenen zwei Jahren lässt sich ein leichter Anstieg der Baufertigstellungszahlen verzeichnen, allerdings ausgehend von einem geringen Niveau. Im Vergleich dazu: Im Jahr 2000 wurden noch fast 370.000 Neubauwohnungen errichtet.
„Die Entwicklung ist erfreulich, doch reichen die Zahlen bei Weitem noch nicht aus, um die Bedarfslücke zu schließen. Gerade Familien mit niedrigen Einkommen oder mehreren Kindern sind nicht die Adressaten für Neubau, da Neuvermietungen in angespannten Wohnungsmärkten im Schnitt bei 9,50 Euro/kalt beginnen“, sagt Walter Rasch, Präsident des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW).
Mit Blick auf eine mögliche EnEV-Verschärfung und die anstehende Baugesetzbuchnovellierung warnt Rasch: „Damit der Wohnungsbau langfristig anzieht und die Unternehmen den Bedarf decken können, brauchen wir verlässliche Rahmenbedingungen, wie mehr Bauland in Ballungsgebieten, sinnvolle Konzepte für energetische Stadtsanierung in Schrumpfungsgebieten und steuerliche Anreize für Neubau und Bestand“.
Der Wohnungsneubau muss auch der demografischen Entwicklung Rechnung tragen und sich den geänderten Bedürfnissen anpassen. Besonders die Anzahl von Ein- und Zweipersonenhaushalte wird in den kommenden Jahren zunehmen. Bei sinkender Bevölkerungsstärke ist die Zahl der Haushalte bereits seit 2005 um 2,9 Prozent auf 40,3 Millionen Haushalte gestiegen.