BFW: Gestrige dena-Studie unrealistisch

• Weitere Verschärfung der energetischen Anforderungen ist unwirtschaftlich
• Verlässlicher Rahmen für alle Marktbeteiligten muss geschaffen werden

Berlin, 27. März 2012 – Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat in ihrer gestern vorgelegten Sanierungsstudie eine 30-prozentige Verschärfung der energetischen Anforderungen für Neubauten und für Bestandsgebäude ab 2016 gefordert. Dem stellt sich der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) strikt entgegen. „Schon durch die aktuellen gesetzlichen Vorgaben sind die Kosten für Neubauten so gestiegen, dass sich Schwellenhaushalte nur schwerlich Wohneigentum leisten können“, kritisiert BFW-Präsident Walter Rasch die Studie. „Für den Mietwohnbereich würden verschärfte Sanierungspflichten zu Mieten führen, die der Mieter nicht mehr bezahlen kann“, so Rasch weiter. In den vergangenen elf Jahren sind die Baukosten bereits um 22 Prozent gestiegen.

In der dena-Studie wird eine Lebensdauer der Bauteile von 25 Jahren angesetzt. „Das deckt sich aber nicht mit der Realität, da der Wohneigentümer einen Investitionszyklus für sein Eigenheim von meistens einmal im Leben hat. Sanierungspflichten im Eigenheim bringen die Finanzierungspläne der Ei-gentümer ins Wanken“, so Rasch.  

Dass saniert werden soll und muss, steht außer Frage, nur darf es weder einen Zwang geben, noch darf das Wirtschaftlichkeitsgebot außer Kraft gesetzt werden. „Wer jetzt baut oder saniert, benötigt langfristige Sicherheit, dass die Anforderungen später nicht verschärft werden, sodass nochmals für dieselben Maßnahmen Geld ausgegeben werden muss. Eine weitere Verschärfung ist unverantwortlich und somit abzulehnen, zumal auch die Sinnhaftigkeit maximalistischer Lösung fragwürdig erscheint“, plädiert Rasch nachdrücklich für verlässliche Rahmenbedingungen seitens des Staates. Für den BFW geht es um optimale Lösungen für jedes einzelne Gebäude, unter Wahrung der Wirtschaftlichkeit. „Die jetzt schon ambitionierten EnEV-Standards müssen eingefroren werden, nur so bleibt der gerade angesprungene Markt für Neubau und Sanierung in Schwung. Ziel sollte eine technologieoffene Breitenförderung sein, sodass die bislang niedrige Sanierungsrate von derzeit 0,9 Prozent auf die von der Bundesregierung geforderten 2 Prozent gesteigert werden kann“, so Rasch.

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