BFW: Positive Entwicklung bei Baugenehmigungen noch kein Grund zur Entwarnung

• 21,6 % mehr Baugenehmigungen für Neubauwohnungen in Wohngebäuden in 2011 gegenüber 2010 – die Entwicklung ist erfreulich, muss aber weiter verstärkt werden
• Förderung des Ersatzneubaus als Mittel gegen den gestiegenen Leerstand

 „Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind erfreulich, aber noch kein Grund zur Entwarnung“, erklärt der Präsident des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), Walter Rasch. Im vergangenen Jahr wurden 200.130 Baugenehmigungen für Neubauwohnungen in Wohngebäuden erteilt; ein Anstieg gegenüber 2010 um 21,6 %.

2010 wurden 164.629 Neubauwohnungen in Wohngebäuden genehmigt, dem standen Fertigstellungen von 140.096 Einheiten gegenüber. Laut Raumordnungsbericht 2011 werden bis 2025 pro Jahr rund 183.000 neue Wohneinheiten gebraucht. „Jetzt ist die Politik gefragt, die politischen Rahmenbe-dingungen so zu setzen, dass dauerhaft pro Jahr die fehlenden Wohneinheiten gebaut werden können“, fordert Rasch.

Ein Weg, um den Wohnungsneubau weiter zu forcieren wäre, die Anhebung der linearen Abschreibung von derzeit 2 % auf 4 %. Rasch: „Das würde Anreize für Investoren schaffen, um verstärkt in den Wohnungsmarkt zu investieren. Auch dürften die energetischen Anforderungen an Neubauten nicht weiter verschärft werden, um Planungs- und Handlungssicherheit zu gewährleisten. Höhere Anforderungen bedeuten steigende Kosten, die am Markt zu nicht sozialverträglichen Mieten führen.“

Aus der Mikrozensus-Zusatzerhebung 2010 geht hervor, dass sich die Leerstandsquote in 2010 gegenüber 2006 von 8,0 % auf 8,6 % erhöht hat. Knapp die Hälfte der leerstehenden Wohnungen befindet sich in Gebäuden der Baualtersklasse 1949 – 1978. Daraus lässt sich schließen, dass diese Woh-nungen auf Grund des schlechten qualitativen Niveaus wesentlich zur Leerstandsquote beigetragen haben. „Anstatt diese Wohnungen leer stehen und verfallen zu lassen oder gar aufwendig und unwirtschaftlich zu sanieren, sollten ökologisch, ökonomisch und sozial attraktive Ersatzneubauten geschaffen werden“, so Rasch.

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