Berlin, 9. Juni 2011 – Anlässlich der gestrigen Vorstellung der überarbeiteten Fassung des Weißbuchs Innenstadt des Bundesministeriums für Verkehr Bau und Stadtentwicklung im Rahmen eines politischen Symposiums begrüßt der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen, Spitzenverband der privaten Immobilienwirtschaft, die grundsätzlich positiven Ansätze zur zukunftssicheren Entwicklung der Innenstädte. „Wir freuen uns, dass die in unserer Stellungnahme zum Weißbuch Innenstadt geäußerten Kritikpunkte und Anregungen zum großen Teil Eingang in die überarbeitete Agenda gefunden haben“, sagt BFW-Präsident Walter Rasch. Auch die jetzige Fassung des Weißbuchs sei jedoch eher eine Zwischenbilanz und die Grundlage für die weitere Diskussion über die Zukunft unserer Innenstädte. „Wir werden sehr genau beobachten, ob und wie die im Weißbuch Innenstadt ausgesprochenen Handlungsempfehlungen umgesetzt werden“, so Rasch weiter. Insbesondere die Einbeziehung der privaten Eigentümer in die künftigen Stadtentwicklungskonzepte müsse immer wieder eingefordert werden. Auch das Symposium habe jedoch gezeigt, dass die Handlungsempfehlungen des Weißbuchs ohne eine Verstetigung und Aufstockung der Städtebauförderung nur eine Alibi-Funktion hätten. „Wenn wir die Innenstädte für alle Bevölkerungsschichten und die Wirtschaft attraktiv und lebenswert gestalten wollen, müssen wir bereit sein, in ihre Zukunft zu investieren“, mahnt Rasch an.
Die BFW-Forderungen und Umsetzungsvorschläge im Überblick:
- Städtische Zentren, insbesondere die Innenstädte, müssen als Handels- und Lebensraum gestärkt und durch optimierte Mobilitätsstrukturen zugänglich gemacht werden.
- Entmischung der verschiedenen Lebenswelten – Arbeit, Freizeit, Wohnen – muss entgegengewirkt werden.
- Suburbanisierungsprozesse sollten im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklungspolitik begrenzt werden.
- Attraktives, bezahlbares, auf die Bedürfnisse Älterer und Familien ausgerichtetes Wohnungsangebot muss erhalten/geschaffen werden.
- Wohneigentumsbildung im Bestand muss ermöglicht werden (Stabilisierung von Stadtquartieren).
- Schaffung eines barrierearmen Wohnumfeldes (Wohnung/öffentlicher Raum)
- Schaffung von kinderfreundlichen Grün-/Freiflächen
- Erreichbarkeit von Einrichtungen der Nahversorgung mit einem vielfältigen Branchenmix gewährleisten
- Umnutzung/Einbindung großer Einzelhandelsimmobilien
Konkrete Umsetzungsvorschläge:
- Aufstockung der Städtebauförderung statt Kürzung (insbesondere Programm „Soziale Stadt“)
- Entbürokratisierung der vorhandenen Städtebauförderungsprogramme
- ereinfachung der konkreten Förderverfahren
- Nationale und EU-Förderprogramme müssen besser aufeinander abgestimmt werden.
- Beteiligung der Bürger, der Unternehmen sowie der privaten Immobilieneigentümer unerlässlich
- Möglichkeiten für die Aufwertung durch private Träger fördern
- Beteiligungsmodelle: Business Improvement Districts und Housing Improvement Districts auf freiwilliger Basis
- zügige, unbürokratische Ausweisung innerstädtischen Wohnbaulands, Erleichterungen bei der Nachverdichtung, Forcieren von Flächenrecycling